Kurzbericht

Ahnenverehrungszeremonie am Grabmal des Ehrwürdigen Hongyi zum Fest „Helles Licht“

640-2.jpegZum Qingming-Fest erstrahlen die Frühlingsberge in üppigem Grün. Qingming, wörtlich „Helles Licht“, ist einer der 24 Jahreseinteilungstage des chinesischen Mondkalenders und bezeichnet das Totenfest, das am 4. oder 5. April stattfindet. Aus Ehrfurcht vor dem erhabenen Verhalten der aufeinanderfolgenden Patriarchen und in tiefer Dankbarkeit für die nährende Gnade des Dharma organisierte der Tempel Lingyin am Morgen des 4. April eine feierliche Pilgerreise von Laiengläubigen und buddhistischen Anhängern zum Grabmal des großen Lehrers Lianchi (Lotosteich). Ziel war es, der beständigen Tugenden der alten Patriarchen zu gedenken und künftige Praktizierende zu einer fleißigen Kultivierung zu inspirieren.

Unter der Leitung von Meistern des Fajing-Tempels (Zhongtianzhu, 中天竺) und der Buddhistischen Akademie von Hangzhou bildeten die Laiengläubigen geordnete Reihen und standen feierlich vor dem Grab. Mit größter Hingabe sangen sie Mahayana-Sutras und brachten Hymnen und rituelle Opfergaben dar. Jede gesungene Silbe und jede aufsteigende Weihrauchwolke wurden zu einer Opfergabe grenzenloser Dankbarkeit und ehrfürchtiger Erinnerung an die Patriarchen und tugendhaften Meister. Die so erzeugten Verdienste wurden dem ewig leuchtenden Glanz der Lehre Buddhas, der fortwährenden Präsenz des Wahren Dharma, dem Weltfrieden und dem Wohlergehen aller Wesen gewidmet.

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Jedes Jahr zu Qingming pflegt die buddhistische Gemeinschaft in Hangzhou diese altehrwürdige Tradition: Ordensangehörige und Laienanhänger versammeln sich, um die Stupas der Patriarchen zu reinigen und zu verehren. Mit dieser Handlung ehren sie die tiefgreifenden Verdienste derer, die zu Lebzeiten den Dharma verkündeten, die Weisheit des Buddha bewahrten und die heilige Verantwortung der Tathāgata-Linie trugen. Zudem wird alle Schüler ermahnt, die Lehren der Vorfahren zu bewahren, die Dreifache Schulung eifrig zu praktizieren, sie den fühlenden Wesen zugutekommen zu lassen und das Bodhisattva-Ideal – das Wohl für sich selbst und das Wohl für andere – in jedem Aspekt des täglichen Lebens zu verkörpern.

 

Meister Yunqi Jihong (1535–1615), auch bekannt als Meister Yunqi, lebte über einen längeren Zeitraum im Yunqi-Tempel in Hangzhou. Er wurde zu einem der vier bedeutendsten Mönche der Ming-Dynastie. Gemeinsam mit Zibai Zhenke, Hanshan Deqing und Lianyi Zhixu zählte er zu der Gruppe der „Vier großen Mönche der Ming-Dynastie”.


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