Kurzbericht

Die Zeremonie des Rückzugs zur Regensaison beginnt heute.

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Am 1. Juni 2026 (16. Tag des vierten Monats nach dem chinesischen Mondkalender) hielt der Tempel Lingyin in Hangzhou unter strikter Einhaltung der buddhistischen Klosterregeln in der Mahavira-Halle (Sanskrit: Mahāvīra-triratna) die Zeremonie des Rückzugs zur Regensaison (Sanskrit: varṣoṣita) ab. Damit beginnt offiziell die dreimonatige Periode des Rückzugs, auch Anju genannt.

 

Während dieser Zeit rezitieren die Mönche des Tempels Lingyin täglich das Buddhāvataṃsaka-mahāvaipulya-sūtra (auch Avatamsaka-Sutra oder chinesisch: 《大方广佛华严经》) und beten um den Segen der Drei Juwelen sowie den Schutz der Drachen und Himmelswesen. Sie hoffen, dass sie während der neunzig Tage dauernden Klausur von äußeren Feinden nicht gestört werden, innere Hindernisse sich auflösen, alle Sünden getilgt werden und alle guten Wurzeln wachsen mögen!

 

Während des Rückzugs zur Regensaison rezitieren die Mönche des Tempels Lingyin täglich das Avatamsaka-Sutra (Buddhāvataṃsaka-mahāvaipulya-sūtra) und beten um den Segen der Drei Juwelen sowie den Schutz der Drachen und Himmelswesen. Sie hoffen, dass sie während der neunzig Tage dauernden Klausur von äußeren Feinden nicht gestört werden, innere Hindernisse sich auflösen, alle Sünden getilgt werden und alle guten Wurzeln wachsen mögen!

 

Im alten Indien dauerte die Regenzeit drei Monate. In dieser Zeit wuchsen Pflanzen üppig und Insekten und Ameisen vermehrten sich am stärksten. Um zu vermeiden, beim Ausgehen Lebewesen zu schaden und somit gegen die mönchischen Regeln zu verstoßen und sich zudem lächerlich zu machen, wurde angeordnet, das sonst übliche Umherstreifen der Wandermönche während dieser Jahreszeit zu unterbrechen. Die buddhistische Tradition legte den Zeitraum vom 15. April bis zum 15. Juli als Zeit des Sommerrückzugs fest. In dieser Zeit ist es Ordensangehörigen verboten, das Kloster zu verlassen. Sie leben gemeinsam an einem Ort und üben sich eifrig in der Praxis. Dieser Zeitraum wird als „Sommerrückzug“ bezeichnet. In China wird diese Zeit als Anju (安居) bezeichnet. 

 

Der Rückzug zur Regensaison wird auch als „Klausur zur Selbstdisziplin und Kultivierung“ bezeichnet. Der Vinaya-Meister Yuan Zhao erklärt in seinem Werk „Aufzeichnungen zur Unterstützung“ (Zi Chi Ji, 《资持记》): Die Beruhigung von Körper und Geist wird als „An“ (Frieden/Ruhe), das Verweilen an einem Ort als „Ju“ (Aufenthalt), die ständige Selbstermahnung als „Ce“ (Ansporn/Ermutigung) und die Ausübung guter Handlungen in Körper, Sprache und Geist als „Xiu“ (Kultivierung/Praxis) bezeichnet. Der erste Tag des Rückzugs heißt auf Chinesisch „Jié Xià“ (结夏) und der letzte Tag „Jiě Xià“ (解夏) oder auch „Tag der Selbstprüfung der Mönche“. Da die Mönche eifrig praktizieren, ihre drei Handlungen reinigen, die Erleuchtung erlangen und zur Heiligkeit gelangen, erfreuen sich die Buddhas der zehn Richtungen. Daher wird der Tag des erfolgreichen Abschlusses des Rückzugs zur Regensaison auch als „Buddhas fröhlicher Tag“ bezeichnet. Das fleißige Studium und die Reinigung der Herzen von Schmutz erfreuen die Buddhas.


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